André Bertel in Freital

Es ist Samstagmorgen des 14.03.2026 und eigentlich sollte ich Bio lernen, stattdessen bin ich in der Sporthalle am Weißeritzgymnasium und drücke Freunden und Fremden T-Shirts mit der Aufschrift „No Danger“ in die Hand.

Warum? Andre Bertel ist in Freital.

Er trainiert seit über 40 Jahren, ist siebter Dan im Shotokan Karate, aufgewachsen in Neuseeland und hat nun ein Dojo in Oita City in Japan.

Dieses Wochenende ist er zum vierten mal in Freital, ich habe heute das erste mal die Möglichkeit teilzunehmen und bin total begeistert.

Es ist von Anfang an Teamwork angesagt – erst die Halle vorbereiten und den Pausenraum mit Matten auslegen und später die Umschläge mit allen Informationen und die T-Shirts ausgeben.

Aber genug zur Vorbereitung. Jetzt geht’s los! Man spürt die Vorfreude in der Halle deutlich, es wird sich angeregt unterhalten und angetreten.

Die erste Einheit von 10 bis 12 Uhr ist anstrengend und es soll noch härter werden. Nicht nur körperlich geht man in Andrés Training an die eigenen Grenzen sondern auch geistig. „Maizuru-Dai“ schallt am Wochenende nicht selten durch die Halle und stiftet durchaus Verwirrung.

Wie sich erfahrene Karateka sicher schon denken, ist dies eine Kata – eine besonders schwierige Kata, mit der André die meisten von uns vor eine ganz schöne Herausforderung stellt. Aber was wäre Karate ohne regelmäßige Herausforderungen (und gelegentliche Crash-Outs 🥲).

Die erste Einheit ist vorbei und es geht in eine zweistündige Mittagspause in der es belegte Brötchen und köstlichen (!) Kuchen gibt.

Die zweite Einheit ähnelt der Ersten mit einem dem Kihon gewidmetem Start und der Fortsetzung der Maizuru Dai. Wieder sieht man viele verwirrte Gesichter, aber auch immer mehr „Aha-Momente“, die Kata kommt langsam in den Köpfen an.

Andre betont immer wieder, es sei nicht essenziell die Kata möglichst schnell auswendig zu lernen, umso mehr ginge es darum, die Prinzipien der Kata mit ins Training zu nehmen. Beispielsweise den Fudo-Dachi bei dem Andre immer mit dem Oberschenkel parallel zum Boden steht. (Ich hoffe, dass ich nicht die Einzige bin, die das nicht die zwei Stunden geschafft hat.)

Mit einem kleinen Zeitsprung ist es nun 19.00 Uhr und wir befinden uns in den Ballsälen Coßmannsdorf in Freital. Marco, Stephan und Andy vom SKV Freital halten eine Rede zu Ehren Andres und des vierten internationalen Budo-Karate-Seminars mit ihm hier in Freital. 

Den Abend lassen wir daraufhin ganz entspannt mit vielen Bildern der vorherigen Lehrgänge und sehr gutem Essen ausklingen.

Doch an diesem Punkt ist das Wochenende noch nicht vorbei, denn sonntags stehen die meisten wieder um zehn auf der Matte und sind bereit für neue Herausforderungen. 

Das Training ist ähnlich wie das am Vortag; etwas Kihon, Kata und viel Anwendung. Das klingt als würde ich mich langweilen, aber ganz im Gegenteil habe ich, wie viele andere, Spaß daran komplett neue Dinge zu lernen und das faszinierende Training zu genießen.

Letztlich kann man übers Training nur Gutes sagen. Es waren zwei sehr beeindruckende und aufschlussreiche Trainingstage, die beim nächsten mal niemand ab dem 6. Kyu (grüner Gürtel) verpassen sollte.

Danke Fürs Lesen. 😊

Bericht von Isabell Haase – Schülerin im Dojo Tameshiwari

Bilder

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