Karate unter dem Weih­nachts­baum

Das Gründungsjahr des Dojos „Tameshiwari“ ist Geschichte. Etwas mehr als 30 Schüler haben ca. 150 Trainingseinheiten absolviert. Wir haben zwei Lehrgänge veranstaltet und hatten alle zusammen eine ganze Menge Spaß, der den anfänglichen Stress und die Mühen sehr schnell hat vergessen lassen. Wir wurden im SV-Bannewitz sehr warmherzig aufgenommen und sind bei jeder Herausforderung auf große Unterstützung gestoßen.

2019 geht es mit voller Kraft weiter. Es gibt viel zu lernen und so mancher spannende Termin lugt bereits am Horizont. Auf geht ’s!

Oss. /Stefan

Den krönenden Abschluss des Jahres 2018 bildete unser Weihnachtslehrgang mit anschließender Weihnachtsfeier. Dazu folgt ein Bericht von Hannes Pfeifer, einem unserer neuen Schüler.

Karate unter dem Weihnachtsbaum

Wer bisher glaubte, dass es nichts Abwegigeres geben kann, als eine Kombination aus Karate und Weihnachtsbräuchen, der wurde in Bannewitz Anno 2018 eines Besseren belehrt.

Alles begann mit der Ankündigung, dass uns Sensei Axel Dziersk (6.Dan) zusammen mit einigen Karateka der Samurai Ryu Berlin, besuchen wird.

Der Tag vor dem 2. Advent – Training und Feiern

Am Morgen des 08.12.2018, einen Tag vor dem 2. Advent, genau 10:30 Uhr, begann das erste Training. Schon die Aufwärmrunde deutete an, dass den Teilnehmern, darunter auch Mitgliedern des Shotokan Karate Vereins Freital und weiterer regionaler Karatedojos, intensive Schweißausbrüche bevorstanden, hervorgerufen von ganz unterschiedlichen Bewegungsabläufen.

Neben dem Erwärmen der Muskulatur und dem Dehnen aller möglicher Sehnen, hatten alle Körper auch Grenzerfahrungen in Form von „Verrenkungen“ auszuhalten, die wohl den Meisten nicht optimal gelangen

Das Training startete mit einfachen Abläufen, die in Teilen Katas entnommen oder frei variiert wurden. Dem folgten Übungen zur Abwehr von Angriffen, Ausführung von unterschiedlichen Gegenangriffen und Kombinationen daraus. Nun waren Katas an der Reihe – zunächst Taikyoku Shodan und Heian Shodan, in versch. Varianten für niedrige Grade. Je höher die Graduierung, umso anspruchsvoller waren die Kata und ihre Variierung. Axel konnte sich so einen guten Überblick darüber verschaffen, wer im neu gegründeten Dojo in Bannewitz welchen Stand und welches Potential hat.

Beinahe fließend ging das Training gegen Nachmittag in eine kunterbunte Weihnachtsfeier über. Alle Sportler duschten sich und schlüpften in teilweise weihnachtliche Bekleidung. Die Menge vermehrte sich um viele Familienmitglieder, darunter nicht wenige Kinder und Jugendliche. Die Turnhalle, welche gleichzeitig ein Saal mit Bühne ist, verwandelte sich zur Hälfte in ein rustikales Veranstaltungslokal. Ein Weihnachtsbaum, natürlich mit Kugeln und Beleuchtung, Tischgarnituren, veredelt mit weihnachtlichem Schmuck, ein Elektroklavier mit Hammermechanik und jede Menge Speisen und Getränke, von vielen fleißigen Heinzelmännchen liebevoll zubereitet, erwärmten in kürzester Zeit die Herzen aller Anwesenden.

Aber das war nur der Anfang. Nachdem jeder eine Weihnachtsmütze hatte, begann die Feier mit einer kurzen Dankesrede unseres Trainers Stefan, gefolgt von kleinen Geschenken, an Axel, Andreas und vielen Anderen.

Eine kleine Gruppe Neulinge, davon ein 6-Jähriger, zeigte einen Teil der Trainingsfortschritte, u.a. in Form der Kata Taikyoku Shodan. Dem folgte das Weihnachtsbuffet, welches aus Suppen, vielen verschiedenen Salaten, Würstchen, Kuchen, Plätzchen, Lebkuchen und Stollen (Habe ich etwas vergessen?) bestand. Getränke waren in Fülle vorhanden, neben alkoholfreien natürlich auch Bier, Glühwein usw.. Fast unbemerkt, begann ganz nebenbei Klaviermusik den Raum auszufüllen. Den Start legten Odin und Jason hin, vierhändig mit Schneeglöckchen und einer Weihnachtsmusik von Beethoven. Dem folgte eine große Überaschung, mit Darbietungen am Klavier von unserem Trainer Stefan Lebelt, der offensichtlich über viele Jahren nicht nur fleißig Karate trainiert hat. Nur einer konnte dies zu späterer Stunde in Teilen überbieten, André. Er spielte u.a. Musik aus der fabelhaften Welt der Amelie.

Allen Hobbyköchen und -bäckern sei an dieser Stelle ganz herzlich für die vorzüglichen Speisen gedankt. Gleiches gilt den vielen Helfern, welche die Feier und Alles darüber hinaus überhaupt erst ermöglicht haben.

Training am 2. Advent

Das Training am zweiten Advent begann wieder um 10:30 Uhr. Dieses Mal leitete aber Axel die Aufwärmrunde. Er zeigte uns, dass sogar das Aufwärmen aus Kampf bestehen kann. In Paare aufgeteilt, kamen wir schneller ins Schwitzen, als uns lieb war. Die vielen Varianten konnte man sich unmöglich merken.

Beeindruckend war an beiden Tagen, wenn Axel zeigte, wie es richtig gemacht wird oder wenn er mit einer völlig anderen Demonstration durchstartete. Egal ob allein, mit Partner, mit oder ohne Stock, er beeindruckt immer sofort und nachhaltig mit unglaublicher Beweglichkeit, faszinierender Schnelligkeit, klarem Verstand und scharfem Auge.

Überhaupt enthielt das Training mit Axel eine Menge interessanter Besonderheiten. Da wäre z.B. seine Art der Beobachtung der Teilnehmer. Währendem er beinahe gelangweilt durch die Halle schlürft, was an einen japanischen Großmeister erinnert, schweifen kaum sichtbar seine Facettenaugen (..Andreas..) über alle Bewegungen aller Karateka gleichzeitig. Manchmal ist man geneigt zu glauben, dass er in entfernter Position Fehler nicht bemerkt. Aber bereits gefühlte Millisekunden später, wenn er vor Einem steht und durchsetzungsstark korrigiert, wird der Irrtum massiv bewusst.

Nun könnte man annehmen, dass dies primär die Niedriggraduierten trifft. Aber im Gegenteil lässt er bei diesen noch etwas Nachsicht walten, währendem ein Träger des x.Dan jede Kata beherrschen sollte, was Axel deutlich einfordert. Es war ihm nicht wichtig, sich unübersehbar durchzusetzen sondern einzig und allein Fehler in den Bewegungsabläufen eindringlich aufzuzeigen, damit diese nicht zur Gewohnheit werden und nachfolgend möglicherweise nie mehr aus dem Kopf und dem Körper heraus wollen.

Zwei Karateka wurden Gürtelprüfungen unterzogen, welche sie auch bestanden. Dafür herzlichen Glückwunsch an Felix (letzter Strich vor dem 9. Kyu) und Oliver (5. Kyu).

Zum Abschluss demonstrierte Axel den Teilnehmern, wie schwer es ist, geübte Stockschläge abzuwehren.

Was noch gesagt werden muss: Das Wochenende war reich an intensivem Sport, tollen Überraschungen und einer Vielzahl von Eindrücken ganz unterschiedlicher Natur. Vermutlich wird Jeder zustimmen, dass dem nächsten Event dieser Art Alle gleichermaßen entgegen fiebern.

Dir Axel aber auch Stefan und Andreas sowie allen Heinzelmännchen des gelungen Wochenendes, herzlichen Dank von den Schülern des Tameshiwari, deren Familien und allen Gästen.

Bericht von Hannes Pfeifer – Schüler im Dojo Tameshiwari

Bilder vom Weihnachtswochenende

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